fbpx
Was ist in unseren Eiern?

Antibiotika in Eiern – Tipps für ein gesundes Osterfest

Ostern steht vor der Tür und da gehören bunte Eier für viele Menschen einfach dazu. 235 Eier isst jeder Deutsche laut Statistik pro Jahr. Doch Lebensmittelskandale und Berichte über schlechte Tierhaltung, Salmonellen und resistente Keime in und auf den Eiern lassen den ein oder anderen zweifeln. Warum es sich für Deine Gesundheit lohnen kann, für Bio-Eier etwas mehr Geld auszugeben und was Du zu einem gesunden Osterfest beitragen kannst, erfährst Du in diesem Beitrag.

Glückliche Hühner = Gesunde Eier?

HuhnDas Thema Antibiotika und Resistenzen spielt auch im Bereich der Landwirtschaft eine große Rolle. Der zu häufige Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung gilt als einer der Gründe für die zunehmende Entwicklung von Resistenzen. Angst vor krankmachenden Keimen in Fleisch und tierischen Produkten wie Eiern trübt die Vorfreude vieler auf ein genussvolles Osterfest.

Um das Problem gemeinsam anzugehen, gibt es mittlerweile zahlreiche Projekte und Initiativen, die das Thema in den Blick nehmen. So wurde in Bayern beispielsweise das Bayerische Aktionsbündnis gegen Antibiotikaresistenzen (BAKT) gegründet. Und die Maßnahmen zeigen auch erste Wirkungen: So sinkt in Deutschland die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika. Zwischen den Jahren 2011 und 2016 hat sich der Wert sogar mehr als halbiert. Das hat eine Auswertung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ergeben.

Diese Maßnahmen sind ein erster Schritt. Aber auch Du als Verbraucher kannst etwas tun: Wenn Du möglichst wenig belastete Eier einkaufen möchtest, solltest Du eher auf Bio-Produkte zurückgreifen. Tierhygieniker der TU München haben bei einer Untersuchung auf bayerischen Höfen festgestellt, dass auf Bio-Eiern und -Hühnern deutlich weniger antiobiotikaresistente Keime zu finden waren. Wenn Du nun Angst hast, die Eier könnten mit Salmonellen kontaminiert sein, weil die Tiere weniger Antibiotika bekommen, kann Entwarnung gegeben werden. Untersuchungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zeigen, dass insgesamt weniger als ein Prozent aller Eier mit Salmonellen belastet sind – unabhängig von der Haltungsform der Hühner.

Augen auf beim Eierkauf

Bunte EierFür Dich als Verbraucher bedeutet das, dass Du eine Kontamination mit Salmonellen oder resistenten Keimen zwar nicht ausschließen kannst, letztere Gefahr beim Kauf von Bio-Eiern jedoch geringer ist. Du solltest Deine Oster-Eier deshalb lieber frisch kaufen und selbst zubereiten und färben. Denn nur so kannst Du nachvollziehen, woher die Eier kommen und wie sie verarbeitet wurden.

Für rohe Eier gelten in den Ländern der Europäischen Union strenge Kennzeichnungsvorschriften. Seit dem 1. Januar 2004 – auf den Wochenmärkten seit dem 1. Juli 2005 – muss auf der Verpackung neben dem Mindesthaltbarkeitsdatum zusätzlich die Haltungsform in Worten angegeben sein. Kunden sollen so erkennen können, ob die rohe Ware aus Bio-, Freiland-, Boden- oder Käfighaltung stammt.

Auch die Eier selbst werden mit einem Code gekennzeichnet. Dieser verrät, woher die Ware kommt. Eine „0“ an erster Stelle gibt die Herkunft aus ökologischer Erzeugung an, eine „1“ steht für Freilandhaltung, die Ziffer „2“ für Boden- und eine „3“ für Käfighaltung. Danach folgt ein Länderkürzel für das Herkunftsland – so steht „DE“ beispielsweise für Deutschland. Um die Herkunft vom Verkauf bis zum Stall zurückverfolgen zu können, zeigt der abschließende siebenstellige Zahlencode auf deutschen Eiern zum Beispiel das jeweilige Bundesland sowie die Betriebs- und Stallnummer an. Auch unverpackte rohe Eier müssen auf der Schale mit dem Erzeugercode gestempelt sein. Nur so ist ihre Herkunft klar erkennbar.

Für bereits gekochte und gefärbte Eier gelten diese strengen Regeln nicht. Werden diese im Karton oder in der Plastikschale angeboten, müssen Mindesthaltbarkeitsdatum, Stückzahl oder Gewichtsangabe und Name und Anschrift des Anbieters angegeben sein. Außerdem sind auf der Packung noch die verwendeten Farbstoffe aufgelistet. Bei unverpackter Ware reicht es, wenn auf einem Schild neben den Eiern das Mindesthaltbarkeitsdatum und der Hinweis „mit Farbstoff“ angegeben sind. Wo diese Eier herkommen und wie sie verarbeitet wurden (z.B. ausreichend erhitzt, um Keime abzutöten) erfährst Du so nicht.

Immer auf die Hygiene achten

Ob Bio- oder Bodenhaltung – gute Hygiene bei Lagerung und Zubereitung spielt bei jedem Ei eine wichtige Rolle. Denn ausschließen lässt sich eine Kontamination mit Krankheitserregern im Innern oder auf der Schale nicht. Deshalb hier einige Hinweise zum Umgang mit rohen Eiern:

  • Bewahre rohe Eier bei einer Idealtemperatur von 7 °C im Kühlschrank auf, um einer Vermehrung von Keimen vorzubeugen.
  • Achte auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Es sagt Dir, bis wann die Eier mindestens haltbar sind. In den ersten 18-20 Tagen haben Eier einen natürlichen Schutz vor Keimen. In dieser Zeit könnten sie auch ungekühlt gelagert werden. Besser ist es aber, sie gleich nach dem Kauf im Kühlschrank aufzubewahren. Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums sollten die Eier auf jeden Fall kühl gelagert und schnell verbraucht werden. Sie sollten dann auch nur noch zum Kochen oder Backen verwendet werden und dabei über einen längeren Zeitraum und komplett über 70 Grad erhitzt werden.
  • Eier mit stark verschmutzten oder defekten Schalen sollten möglichst nicht für die Zubereitung von Speisen verwendet werden.
  • Personen mit geschwächten Abwehrkräften (Kleinkinder, kranke und sehr alte Menschen) sollten Eier nur nach vollständiger Durcherhitzung verzehren, d. h., wenn Eiweiß und Eigelb fest sind.
  • Speisen, die mit Ei hergestellt wurden, sollten nach der Zubereitung möglichst rasch verzehrt werden oder bei idealerweise 7 °C im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • Eierschalen oder rohes Ei sollten nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen.
  • Verspritzt Dir Ei beim Aufschlagen, solltest Du dies sofort mit einem Küchenpapier entfernen.
  • Zudem solltest Du nach dem Aufschlagen von Eiern die Arbeitsflächen gründlich reinigen.
  • Küchengeräte, die mit rohem Ei in Berührung gekommen sind, danach sofort gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel oder in der Spülmaschine reinigen.
  • Wenn Du eine Eierspeise zubereitest, solltest Du direkt nach diesem Arbeitsschritt und bevor Du etwas anderes anfasst Deine Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife waschen und sorgfältig abtrocknen.

Tipps zum Eier ausblasen

Eier bemalenDamit auch beim Ausblasen der Eier nichts schief geht, hier noch einige Tipps zum Ausblasen:

  • Verwende nur saubere, frische Eier.
  • Bevor es ans Ausblasen geht, solltest Du die Eier mit warmem Wasser sowie Spülmittel oder Seife abwaschen.
  • Nutze zum Auspusten von Eiweiß und Eigelb aus dem Ei einen Trinkhalm. Alternativ kannst Du auch eine mit Luft gefüllte Einwegspritze oder eine kleine Pumpe verwenden. Auf diese Weise kommt der Mund nicht mit der Eierschale und darauf befindlichen Keimen in Kontakt
  • Reinige die ausgeblasenen Eier – außen und innen – mit lauwarmem Wasser und ein wenig Spülmittel. Tauche das Ei dazu vollständig in Querlage in eine Schüssel mit Wasser und lass es vollständig volllaufen. Kurz vorsichtig schütteln. Den Vorgang ein- bis zweimal wiederholen. So stellst Du sicher, dass es im Innern des Eis nicht zu faulen und dann zu riechen beginnt und dass Keime abgewaschen werden.
  • Nach dem Auspusten: Reinige alle verwendeten Werkzeuge und Arbeitsflächen gründlich.
  • Und natürlich: Hände waschen nicht vergessen!

Wir wünschen Dir ein frohes und gesundes Osterfest!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Rating*