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Antibiotika beim Stillen?

Antibiotika beim Stillen?

Schwangerschaft und Stillzeit sind besondere Phasen im Leben einer Frau. Umso schlimmer, wenn in dieser Zeit Krankheiten hinzukommen. Viele Frauen sind dann verunsichert, wenn sie Arzneimittel einnehmen sollen. Sie fürchten, dass das Medikament beim Stillen ihr Baby gefährden kann. In einem vorherigen Beitrag haben wir bereits über Nutzen und Risiken von Antibiotika in der Schwangerschaft informiert. In diesem Beitrag erfährst Du, was es bei der Einnahme von Antibiotika in der Stillzeit zu beachten gibt.

Bedeutung des Stillens für Dich und Dein Baby

Das Stillen ist die ursprüngliche Ernährung des Neugeborenen. Die Muttermilch enthält, mit Ausnahme von Vitamin D, alles, was für den Säugling wichtig ist – und das noch in einer optimalen Zusammensetzung. Darüber hinaus fördert das Stillen die Mutter-Kind-Bindung und soll einer postpartalen Depression vorbeugen. In Langzeitstudien wurde zudem eine Minderung des Brustkrebsrisikos durch Stillen nachgewiesen.

Stillen ist also in vielerlei Hinsicht gut für Mutter und Kind. Doch was ist, wenn eine Mutter während der Stillperiode krank wird und ein Antibiotikum benötigt?

Antibiotika in der Muttermilch

Antibiotika beim Stillen?Beim Stillen können Spuren des Antibiotikums über die Muttermilch auf das Kind übergehen. Der damit beim Säugling erreichte Medikamentenspiegel ist jedoch so gering, dass ernste Nebenwirkungen nur bei sehr oft gestillten Säuglingen zu befürchten sind. Ältere Säuglinge werden nur noch ein- bis zweimal pro Tag gestillt und bekommen damit auch weniger der „arzneimittelbelasteten“ Muttermilch.

Beobachtungen zufolge bekommen lediglich zehn Prozent der gestillten Kinder von Müttern, die sich einer Antibiotika-Therapie unterziehen müssen, Durchfall. Andere gesundheitliche Beeinträchtigungen der Kinder konnten bisher nicht nachgewiesen werden.

Antibiotika rational anwenden

Stillende Mütter, die krank sind und ein Antibiotikum benötigen sollten demnach nicht darauf verzichten, weil sie Angst vor Nebenwirkungen bei sich oder ihrem Baby haben. Denn auch die unbehandelte Infektion kann für Mutter – und manchmal auch Kind – schädlich sein.

Die Medikamente sollten aber sehr umsichtig eingesetzt werden. Bei einigen Erkrankungen wie Erkältungen wirken Antibiotika zum Beispiel nicht, weil diese durch Viren verursacht werden. Gegen Viren sind Antibiotika wirkungslos. Auch andere, mitunter sogar durch Bakterien verursachte Erkrankungen wie zum Beispiel Blasenentzündungen müssen nicht in jedem Fall mit einem Antibiotikum behandelt werden. Statistisch gesehen sind nach einer Woche von zehn akuten Harnwegsinfektionen drei bis fünf abgeheilt, ohne dass ein Antibiotikum eingesetzt wurde.

Es sollte also nur dann ein Antibiotikum verschrieben werden, wenn es die Erkrankung erforderlich macht und keine wirksame alternative Behandlung zur Verfügung steht.

Krank in der Stillzeit? Zur Abklärung in die Praxis

Deshalb gehört die Verordnung von Antibiotika an Stillende ausschließlich in die Hände des Haus- oder behandelnden Facharztes. Dein Arzt oder Deine Ärztin wägen in der Entscheidung für oder gegen ein Antibiotikum die Schwere der Infektion und das bestehende Risiko für Dich und Dein Kind sorgfältig gegeneinander ab.

Die Mediziner wissen auch, welche Antibiotika geeignet sind und welche Risiken bergen. Zur Sicherheit stets in der Packungsbeilage nachschauen, ob das Antibiotikum auch von Stillenden eingenommen werden darf. Von früher übrig gebliebene Antibiotika einzunehmen sollte für Stillende – wie für jeden anderen auch – absolut tabu sein.

Antibiotika in der Stillzeit anwenden

Um Dein Baby so wenig wie möglich zu belasten, könnte es hilfreich sein, wenn Du ein Antibiotikum verordnet bekommst, dass Du es nur einmal pro Tag einnehmen musst. Du solltest es vor der längsten Schlafperiode des Kindes beziehungsweise unmittelbar nach einem Stillvorgang einnehmen. Bei allen Fragen zum Stillen bei Antibiotikaeinnahme hilft Dein Arzt/Deine Ärztin weiter.

Mehr Infos:
Antibiotika in der Schwangerschaft?
FAQs zur Einnahme von Antibiotika

Quelle:  www.pharmazeutische-zeitung.dewww.arena-info.de

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