Deshalb ist eine Grippeschutzimpfung sinnvoll

Der Beginn der nass-kalten Jahreszeit ist auch der Start der Erkältungs- und Grippesaison. Viele Mediziner raten jetzt zu einer Impfung. Doch warum sollte das gut sein?

Grippe ist keine einfache Erkältung

Die echte Grippe, die sogenannte Influenza, ist keine einfache Erkältung. Sie ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Selbst in leichten Fällen dauert sie fünf bis sieben Tage. Sie verursacht zum Beispiel plötzliches hohes Fieber, trockenen Reizhusten sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

Verursacht wird die Grippe durch Viren, entweder über Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen oder über Schmierinfektion. In Deutschland gibt es jedes Jahr eine mehr oder weniger starke Grippewelle. In den vergangenen Jahren begann sie meist im Januar/Februar. Manchmal beginnt sie aber auch schon früher. Wie schwer sie wird, lässt sich nicht genau vorhersagen.

Studien zeigen, dass Menschen, die schon eine andere Krankheit haben, ein höheres Risiko haben, schwer oder lebensbedrohlich an einer Grippe zu erkranken. Besonders gefährdet sind beispielsweise Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, Herz- oder Kreislaufkrankheiten und Personen mit Diabetes oder anderen Stoffwechselkrankheiten.

Ständige Impfkommission empfielt Impfung gegen Grippe

Eine Impfung kann vor einer schwer verlaufenden Grippe schützen. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), ein unabhängiges Expertengremium am Robert Koch-Institut , besonders  solchen Personen eine Impfung, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben.

Dazu zählen folgende Risikogruppen:

  • Menschen, die über 60 Jahre alt sind
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden (wie z. B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Krankheiten wie multiple Sklerose)
  • Menschen mit Immundefekten oder HIV-Infektion
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Schwangere
  • Außerdem sollten sich alle Personen schützen, die  Kontakt zu vielen Personen  haben oder die Personen in ihrem nahen Umfeld anstecken könnten: Medizinisches Personal, Personal in Pflegeeinrichtungen oder in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr (z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, Lehrkräfte).

Impfstoff wird jährlich neu zusammengesetzt
Die Grippeimpfung bietet keinen 100%igen Schutz. Die Wirkung der Influenzaimpfung ist laut Robert-Koch-Institut geringer als bei vielen anderen Impfungen. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist es möglich, dass man sich unbemerkt kurz vor oder nach der Impfung ansteckt. In diesen Fällen ist noch kein Impfschutz vorhanden oder der Impfschutz ist noch nicht vollständig ausgebildet. Zum anderen werden auch andere Atemwegsinfekte (z. B. Erkältungen), die durch andere Erreger verursacht werden, irrtümlich für Grippeerkrankungen gehalten.

“Schließlich kommt es auch darauf an, wie gut die Voraussage seitens der behördlichen Stellen für die Zusammensetzung des Impfstoffs war. Es gibt verschiedene Typen von Influenza-Viren (A, B, C). Am häufigsten und am gefährlichsten ist das Influenza-Virus Typ A. Es ist auf der ganzen Welt verbreitet und verändert sich ständig. Das macht es schwierig macht, einer Infektion vorzubeugen. Denn aufgrund der ständigen Veränderungen der Grippeviren muss die Zusammensetzung der Impfstoffe auch jedes Jahr neu festgelegt werden. Dabei werden die Virusvarianten beachtet, die den Großteil der Grippeerkrankungen in der vergangenen Saison verursacht haben. Eine genaue Vorhersage darüber, welche Grippevirus-Varianten in der aktuellen Saison auftreten, ist jedoch nicht möglich.

Impfung hilft, schwere Verläufe zu verhindern

Bei gesunden Erwachsenen ist, wenn Impfstoff und auftretende Grippeviren gut übereinstimmen, die Schutzwirkung der Impfung laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gut. Erkranken Geimpfte, verläuft die Grippe jedoch meist milder. Und auch wenn die Wirkung der Impfung nicht immer optimal ist, können laut Robert Koch Institut bei Personen über 60 schätzungsweise 400.000 Influenzaerkrankungen durch Impfen verhindert werden.

Grippeimpfung: Jedes Jahr zu Beginn der Grippesaison

Die Grippeschutzimpfung ist wichtig - auch für Kinder!

Die Impfung gegen Grippe sollte deshalb jedes Jahr, vorzugsweise im Oktober oder November stattfinden. Nach der Impfung dauert es ca. 10 bis 14 Tage bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat. Am besten ist es deshalb, sich  vor Beginn der Grippesaison impfen zu lassen. Die Impfung schützt in aller Regel über die gesamte Saison.

Auch eine spätere Impfung ist meist noch sinnvoll. Insbesondere, wenn die Grippewelle noch nicht eingesetzt oder gerade erst begonnen hat. Deine Ärztin oder Dein Arzt kann Dich dazu beraten.

Grippeschutzimpfung: Risiken und Nebenwirkungen

Ein leichter Infekt spricht nicht gegen eine Grippeimpfung. Unser Abwehrsystem ist darauf ausgelegt, sich mit mehreren „Aufgaben“ gleichzeitig zu beschäftigen. Nur bei schweren, akuten Erkrankungen sollte die Impfung verschoben werden.

In der Regel ist die Grippeimpfung gut verträglich. Gelegentlich rötet sich die Haut nach der Impfung an der Einstichstelle oder schwillt an, was auch schmerzen kann. Ebenso können in den ersten drei Tagen nach der Impfung Symptome wie beispielsweise Frösteln, Müdigkeit, Übelkeit oder Muskelschmerzen auftreten.

Grippeerkrankungen werden niemals durch eine Grippe-Impfung verursacht. Denn im Impfstoff sind keine vermehrungsfähigen Erreger enthalten, die eine Erkrankung auslösen könnten.

Gleichzeitig gegen Pneumokokken vorbeugen

Darüber hinaus rät die STIKO allen Personen, für die neben der Empfehlung zur Grippeimpfung auch eine Impfempfehlung für Pneumokokken besteht, diese beiden Impfungen gleichzeitig durchzuführen. Das sind beispielsweise Personen über 60 Jahren oder Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer Krankheit, die eine Lungenentzündung begünstigt.

Pneumokokken sind Bakterien, die ebenfalls per Tröpfcheninfektion übertragen werden. Sie können verschiedene Erkrankungen auslösen – darunter Nasennebenhöhlen-, Mittelohr-, Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung. Darüber hinaus sind sie für 20 bis 50 Prozent aller durch Bakterien verursachten Lungenentzündungen bei älteren Erwachsenen verantwortlich. Einige dieser Erkrankungen können lebensbedrohlich verlaufen. Bei schwerem Verlauf stirbt etwa jeder Zehnte der Erkrankten an den Folgen der Pneumokokken-Infektion. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Pneumokokken-Erkrankungen können zwar mit Antibiotika behandelt werden. Allerdings nehmen Resistenzen zu, so dass die Medikamente schlechter anschlagen. Der Schutz durch Impfung wird daher immer wichtiger.

 

Quellen: www.impfen-info.de

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