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Harnwegsinfektionen bei Männern?

Wie können Harnwegsinfektionen bei Männern entstehen?

Viele kennen und fürchten sie: Harnwegsinfektionen. Während Frauen öfter unter einer Entzündung der Harnwege leiden, erkranken Männer deutlich seltener an einer Blasenentzündung. Doch woran liegt das? Und was kann Man(n) tun, wenn es einen erwischt hat?

Unser Körper kennt verschiedene Wege, um sich von unnötigen Stoffen zu befreien. Einer dieser Wege ist der Abtransport von Stoffwechselprodukten über den Urin. Urin wird in den Nieren gebildet und über die Harnleiter zur Harnblase transportiert. In der Harnblase wird der Urin eine Zeit gesammelt und dann über die Harnröhre ausgeschieden.

Normalerweise sind die Harnwege frei von einer größeren Anzahl an Bakterien. Relativ häufig gelangen aber – insbesondere bei Frauen – Bakterien in die Harnblase und verursachen dort eine unangenehme und schmerzhafte Entzündung der Schleimhaut.

Bei einer solchen Harnwegsinfektion – auch als Blasenentzündung bekannt – besteht der Drang zum Wasserlassen, obwohl die Harnblase noch nicht gänzlich mit Urin gefüllt ist. Somit kommt es zu einem häufigen Bedürfnis des Wasserlassens mit nur kleinen Mengen. Das Gefühl des Brennens beim Wasserlassen entsteht durch die Entzündung in der Harnröhre, welche zudem auch krampfartige Unterbauchschmerzen verursachen kann.

Frauen erkranken häufiger

Frauen sind etwa viermal häufiger als Männer betroffen. Zudem leiden sie häufig bereits in früheren Lebensjahren unter Harnwegsinfekten. Das liegt daran, weil ihre Harnröhre kürzer ist als bei Männern. Bakterien müssen so einen kürzeren Weg zurücklegen. Zudem ist der Abstand zwischen der Harnröhrenöffnung und dem Anus bei Frauen kleiner als bei Männern. Die meisten Harnwegsinfekte werden durch Bakterien verursacht, die natürlicherweise im Darm vorkommen. Aufgrund des längeren Weges gelangen beim Mann weniger Bakterien in Richtung Harnröhrenöffnung. Eine gut funktionierende Immunabwehr tötet Bakterien beim Mann zudem innerhalb der Harnröhre ab, so dass die Bakterien die Blase gar nicht erst erreichen.

Auch Männer können eine Blasenentzündung bekommen

Das heißt allerdings nicht, dass Männer keine Blasenentzündung bekommen können. Auch bei Männern gilt: Ist die Immunabwehr geschwächt oder sitzt man lange auf kaltem Untergrund, kann eine Entzündung der Blase die Folge sein. Andere Gründe sind mangelnde Hygiene, vor allem nach dem Sex oder allgemein.

Blasenentzündung beim Mann?Häufig ist der Grund für eine Blasenentzündung beim Mann jedoch ein anderer: Die Prostata. Die Prostata ist ein Organ, das nur Männer haben. Dabei handelt es sich um eine kleine, etwa kastaniengroße Drüse unter der Blase. Sie ist beim Mann für die Produktion eines Teils des Spermas zuständig. Ab einem gewissen Alter vergrößert sich diese sogenannte Vorsteherdrüse bei fast jedem Mann. Bei den über 50-Jährigen ist sie bei jedem Zweiten vergrößert.

Die vergrößerte Prostata drückt die Harnröhre stärker zusammen. Das führt dazu, dass Betroffene irgendwann Probleme beim Wasserlassen bekommen. Durch die schlechtere und zunehmend unvollständige Entleerung der Harnblase bleibt Restharn enthalten, Bakterien aus dem Harntrakt werden schlechter ausgewaschen. Aus diesem Grund wird bei Männern ab 60 Jahren die Wahrscheinlichkeit größer, eine Blasenentzündung zu bekommen.

Typische Beschwerden einer Harnwegsentzündung sind auch beim Mann brennende Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang, zudem ein abgeschwächter Harnstrahl, Ausfluss aus der Harnröhre oder teils unkontrollierter Urinverlust.

Manchmal befindet sich auch etwas Blut im Urin. Da Blut ein kräftiger „Farbstoff“ ist, führen bereits geringe Beimengungen zu einer intensiven Rotverfärbung des Urins. Von der Menge her ist der Blutverlust allerdings nur selten gefährlich. Bei Männern mit Entzündung der Vorsteherdrüse können zudem Blutbeimengungen im Ejakulat vorkommen.

Mit Harnwegsinfekt immer zum Arzt/zur Ärztin

Bei schwereren Entzündungen oder wenn die Nieren angegriffen sind, treten weitere Symptome auf, wie z. B. Fieber (höher als 38°C), Schüttelfrost, Flankenschmerzen auf einer oder beiden Seiten und ein mehr oder weniger ausgeprägtes Krankheitsgefühl – ähnlich wie bei einer Grippe. Darüber hinaus können schwere Harnwegsentzündungen auch von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Beim Auftreten dieser allgemeinen Krankheitszeichen solltest Du rasch einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen, damit sofort eine Untersuchung und Behandlung eingeleitet werden können.

Der Arzt/die Ärztin wird neben einer körperlichen Untersuchung auch den Urin mit Teststreifen und unter dem Mikroskop untersuchen. Handelt es sich um einen Harnwegsinfekt, können z.B. rote und weiße Blutkörperchen und Bakterien im Urin nachgewiesen werden.

Behandlung von Harnwegsinfekten: Immer wie vom Arzt/der Ärztin verordnet

Abhängig davon, ob der Arzt/die Ärztin eine unkomplizierte oder komplizierte Nieren- oder Harnwegsentzündung vermutet, werden Art und Dauer der Behandlung festgelegt.

Bei Männern sollte grundsätzlich vom Arzt nach nach einer den Harnwegsinfekt begünstigenden Ursache gesucht werden. Wird ein Antibiotikum verschrieben, ist es wichtig, dass Du die Medikamente so lange einnimmst, wie sie der Arzt/die Ärztin verordnet hat. Selbst wenn die Beschwerden vielleicht schon völlig verschwunden sind, bezweckt der Arzt/die Ärztin mit der längeren Behandlungsdauer eine sichere Ausheilung mit vollständiger Beseitigung aller Erreger.

Wird die Behandlung vorzeitig abgebrochen, ist mit einer erneuten Vermehrung desselben Erregers und dann mit einer erneuten Verschlechterung der Beschwerden zu rechnen. Zudem können Resistenzen entstehen.

Mit Hausmitteln Beschwerden lindern

Wichtig ist zudem ausreichend zu trinken. Der Harn wird damit verdünnt und Bakterien aus dem Harntrakt ausgeschwemmt. Verdünnter Harn erschwert den Bakterien außerdem das Überleben im Harntrakt. Wasser, Früchte- oder Blättertees sind besonders empfehlenswert. Kaffee, schwarzen Tee und Alkohol sind dafür nicht geeignet.

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Quellen: apotheken-umschau.de, arena-info.de, urologenportal.de

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