10 Fehler im Umgang mit Antibiotika

Die 10 häufigsten Fehler im Umgang mit Antibiotika

Immer mehr Bakterien entwickeln Resistenzen gegen Antibiotika. Umso wichtiger ist es, bei der Einnahme von Antibiotika alles richtig zu machen. Fehler im Umgang mit Antibiotika, die die Wirksamkeit reduzieren, sind nämlich vermutlich ein nicht unerheblicher Faktor bei der Entwicklung von Resistenzen. Die 10 häufigsten Fehler haben wir hier einmal zusammengetragen. Auch wenn nicht all diese Fehler zum Risiko von Resistenzbildungen beitragen, solltest Du jeden vermeiden, damit die Therapie gut bei Dir anschlägt und Du schnell wieder gesund bist!

Fehler 1: Antibiotika ohne ärztliche Anweisung einnehmen

Von der letzten Blasen- oder Mandelentzündung sind noch Antibiotika übriggeblieben und jetzt trieft die Nase – also einfach mal rein mit dem was noch da ist? Bitte nicht! Erstens muss vom Arzt abgeklärt werden, ob ein Antibiotikum eingenommen werden muss, zweitens muss es zum Bakterium passen, drittens trieft die Nase vermutlich gar nicht bakteriell bedingt und viertens: selbst wenn die Einnahme eines Antibiotikums tatsächlich sinnvoll ist und Du das genau passende noch dahast, hast Du vermutlich nicht mehr genug davon da (siehe Fehler 2).

Fehler 2: Antibiotika zu früh absetzen

Viele Menschen neigen dazu, ein Antibiotikum abzusetzen, sobald die Symptome nachlassen. Doch zu diesem Zeitpunkt hat der Körper die Infektion in aller Regel noch nicht final bekämpft, sodass sie wieder aufflammen kann. Im schlimmsten Fall sogar in einer resistenten Form, da nicht vollständig bekämpfte Bakterien, die jedoch mit dem Antibiotikum Kontakt hatten, eher Resistenzen ausbilden.

Bitte nimm Antibiotika daher immer so lang ein, wie Du sie verordnet bekommst. Für gewöhnlich bedeutet das: Nimm alle Tabletten nach Vorschrift ein, die Du verschrieben bekommen hast. Damit vermeidest Du auch automatisch die Versuchung, Fehler 1 zu begehen.

Fehler 3: Falsche Entsorgung

Eigentlich sollte es gar nicht dazu kommen, dass Tabletten übrigbleiben, die Du entsorgen musst (siehe Fehler 2). Wenn es dennoch dazu kommt, kannst Du die Tabletten in den Hausmüll werfen oder Deine Apotheke um eine Entsorgung bitten. Keinesfalls solltest Du die Tabletten die Toilette herunterspülen, da sie so die Kläranlagen und die Umwelt noch zusätzlich belasten und zur Ausbildung von Resistenzen beitragen können. Bitte bewahre die Tabletten auch nicht auf oder gib sie gar an andere weiter (siehe Fehler 1).

Fehler 4: Unregelmäßige Einnahme

Je nach Präparat und Dosierung müssen unterschiedliche Zeitabstände eingehalten werden. Nur so bleibt der Wirkstoffspiegel im Körper auf einem konstanten Maß. Wenn Du das Antibiotikum zwei Mal täglich nehmen sollst, dann sollten jeweils 12 Sunden Abstand zwischen den Einnahmen liegen, bei drei Mal täglich 8 Stunden.

Sinkt der Wirkstoffspiegel zu weit ab, kann das Antibiotikum die Bakterien nicht korrekt bekämpfen – die Bakterien bekommen dadurch stattdessen sogar die Chance, eine Resistenz zu entwickeln. Stell Dir am besten den Wecker auf Deinem Handy, der Dich an die nächste Einnahme erinnert.

Wenn Du die Chance hast, den exakten Zeitpunkt der ersten Einnahme selbst zu bestimmen, achte darauf, dass die daraus resultierenden Zeiten zu Dir und Deinen Gewohnheiten passen (siehe dazu auch Fehler 5).

Fehler 5: Nicht auf die „Begleitumstände“ achten

Die meisten Präparate (nicht nur Antibiotika) wirken anders oder haben andere Nebenwirkungen, je nach Füllstand des Magen-Darm-Traktes. Achte daher immer auf die Anweisungen Deines Arztes oder auf die Packungsbeilage, ob Du das Antibiotikum „vor dem Essen“ (etwa 0,5-1 Stunde vorher), „mit dem Essen“ oder „nach dem Essen“ (etwa 1,5-2 Stunden nach dem Essen) einnehmen sollst.

Fehler 6: Antibiotika zusammen mit kalziumhaltigen Lebensmitteln einnehmen

Das sind vor allem Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Käse oder Quark sowie Süßspeisen und Süßigkeiten mit hohem Milchanteil. Aber auch Mineralwässer mit hohem Kalziumgehalt, Sojabohnen, Grünkohl, Brokkoli und Nüsse solltest Du rund um die Antibiotika-Einnahme meiden (mindestens zwei Stunden vor und nach der Einnahme). Der Grund ist, dass einige Antibiotika-Wirkstoffe mit dem Kalzium Komplexe bilden, die dann nicht mehr gegen die Bakterien wirken und einfach wieder ausgeschieden werden.

Fehler 7: Körperliche Anstrengungen

Körperlich anstrengende Aktivitäten haben zwar keinen Einfluss auf die Wirksamkeit von Antibiotika, aber auf die des Immunsystems. Der Körper ist genug damit beschäftigt, die Krankheit zu bekämpfen und benötigt dafür enorm viel Energie. Wenn Du durch Sport oder andere körperliche Herausforderungen Deinem Organismus viel abverlangst und Energie verbrauchst, schwächst Du dadurch Dein Immunsystem. Im besten Fall dauert es nur länger, bis Du gesund wirst – im schlimmsten Fall kann es durch verschleppte Infektionen aber z.B. auch zu einer Entzündung des Herzmuskels kommen.

Fehler 8: Alkohol trinken

Alkohol während einer Antibiotika-Therapie ist aus zwei Gründen keine gute Idee: Erstens beansprucht der Abbau des Alkohols den Körper zusätzlich zur Infektion und sollte daher aus dem gleichen Grund vermieden werden wie Sport. Und zweitens gibt es einige Antibiotika, die ein Enzym hemmen, das wichtig für den vollständigen Alkohol-Abbau ist. Dadurch reichert das giftige Abbauprodukt Acetaldehyd an – eben der Fiesling, der auch für den Kater zuständig ist. Die Folge: Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Übelkeit bis hin zu Erbrechen.

Fehler 9: Ab in die Sauna

Soll ja gesund sein. Und ist es auch. Wenn man gesund ist. Doch auch die Hitze beansprucht den gesamten Organismus und das Immunsystem. Außerdem weiten sich in der Hitze die Gefäße, sodass Entzündungen sich im schlimmsten Fall wunderbar ausbreiten können.

Fehler 10: Sonnenbad trotz Antibiotika

Einige Antibiotika können die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Dies kann vor allem in den Sommermonaten durchaus gefährlich werden. Es kann zu sogenannten phototoxischen Reaktionen kommen, weshalb man sich lieber im Schatten aufhalten sollte und noch penibler auf den richtigen Sonnenschutz achten sollte.

Kennst Du noch weitere Fehler im Umgang mit Antibiotika?

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